Kunstfälscher und Kunstfälschungen im Kunsthandel

Vorsicht vor gefälschten Kunstwerken und echten  Fälschern! Ein echter Kujau ist meistens mehr Wert als ein schlecht gefälschtes Werk eines unbekannten Künstlers.

Fälschung oder Nachahmung ist eine betrügerische Absicht, eine Kopie eines Originals mit verschiedensten Techniken der Nachbildung herzustellen. Hierbei sollen Kopie und Original nur noch für den Fälscher unterscheidbar sein, für den Käufer hingegen einer solchen Nachahmung der Eindruck entstehen, er kaufe ein Original. Rein rechtlich wird Kunstfälschung erst dann verfolgt, wenn betrügerische Absicht mit dem Ziel des kommerziellen Gewinn aus der Fälschung nachgewiesen werden kann. Unwissentliches Kopieren oder Nachahmen verletzt das Urheberrecht hingegen nicht.

Beliebte Objekte der Fälscher sind Werke alter und neuer Meister, die auf dem  Kunstwerk hohe Gewinne versprechen. Trauriger Rekordhalter ist der spanische Maler Salvador Dali. Angeblich sollen 90 Prozent seiner Grafiken nicht vom Meister selbst gemalt worden seien, sondern von Fälschern.

Bekannte Fälscher der Neuzeit sind der Niederländer Han van Meergeren – mit Fälschungen des Malers Jan Vermeer –, der Aachener Goldschmied Reinhold Vasters – der als Meisterfälscher von Renaissance Kunst gilt – und der deutsche Kunstfälscher Konrad Kuja, der durch die falschen Hitler-Tagebücher berühmt wurde und dafür auch ins Gefängnis musste.

Doch wie unterscheidet man Fälschungen von Originalen? Fast immer am Preis. Die Kunstwerke  werden meistens unter Marktwert angeboten und machen sich so verdächtig. Die Picasso-Radierung “Femme“ zum Beispiel wurde statt für marktübliche 7 000 Euro, für schlappe 1 750 Euro verkauft. Leider stammte das Blatt von 18 mal 25 Zentimetern nicht von Picasso selbst, sondern von zwielichtigen Fälschern und Betrügern. In England versuchten Sozialhilfeempfänger mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen. Sie wollten die Nachbildung einer vermissten Skulptur dem Britischen Museum in London verkaufen. Ihr Angebot erhielt nur einen Fehler: Die Inschriften waren falsch geschrieben. Der größte Markt für Kunstfälschungen bzw. der bevorzugte Absatzmarkt der Fälscher sind die USA.
– Jede Epoche hat ihre Meister-Künstler und ihre Meister-Fälscher.